Verwachsungen
Verwachsungen
Prim. Dr. Johannes K. Stopfer

Viele Patienten leiden Jahre nach einer Operation an anderen Krankheiten, die mitunter aus Verwachsungen entstehen können.  Verwachsungen oder Verklebungen (medizinisch: Adhäsionen) bilden sich zwischen Organen oder Geweben, die normalerweise nicht miteinander verbunden sind.

„Das Risiko, dass Organe miteinander, mit dem Darm oder der Bauchdecke verwachsen, besteht bei jedem Zweiten. Allerdings ist es nach Bauchschnitt-OPs wie etwa Kaiserschnitt oder offenen Darm- oder Leistenoperationen größer als nach einem Schlüsselloch-Eingriff“, gibt Prim. Dr. Johannes Stopfer, Vorstand der chirurgischen Abteilungen am Evangelischen Krankenhaus, zu bedenken.

Oft verursachen die Verklebungen jahrelang keinerlei Beschwerden und bleiben daher unbemerkt. Doch irgendwann können sie plötzlich unbestimmte Bauchschmerzen, Druckgefühl im Bauch, Rückenschmerzen oder starke Stuhlprobleme auslösen. Manche Patienten schrecken sogar vor einer weiteren, wichtigen Operation oder vor einer Darmspiegelung zurück, weil sie Probleme befürchten.

Glücklicherweise kann man innere Verwachsungen durch einen gezielten, minimal-invasiven Eingriff gut lösen und diese im Zuge einer notwendigen OP entfernen. „Wir hören immer wieder von Patienten, dass ihnen zuvor gesagt wurde: ‚Mit Ihren Verwachsungen können Sie nicht operiert werden.‘ Was ist aber die Alternative? Ständige Gallenkoliken oder stets entzündete Divertikel einfach auf sich beruhen lassen? Mit der richtigen minimal-invasiven Technik gelingt es uns meistens, die Organe des Patienten von schmerzhaften Fesseln zu befreien“, berichtet Chirurg Johannes Stopfer.

Folgende Operationen werden im EKH nach voroperierten Bäuchen in minimal-invasiver Technik durchgeführt:

  • Leistenbruch
  • Darm OP
  • Narbenbruch OP
  • Gallensteine

Risikogruppe

Potentiell betroffen kann im Prinzip jeder sein, der unter langfristigen, unbehandelten Entzündungen im Bauchraum leidet oder irgendwann einen operativen Eingriff mit Bauchschnitt gehabt hat. Die Neigung zu Verwachsungen ist manchmal genetisch bedingt. Wer bei Hautwunden zu auffallendem Narbengewebe neigt, entwickelt auch eher innere Verwachsungen.

Frauenanteil überwiegt

Speziell bei Frauen finden sich häufig Verwachsungen infolge einer Endometriose, Unterleibsentzündung oder -operation (z.B. Kaiserschnitt). 

Mittlerweile ist auch bekannt, dass 20-40% der Fälle weiblicher Unfruchtbarkeit auf so genannte Adhäsionen, also auf Verwachsungen im Bauchraum, zurückzuführen sind.“

Schwere Diagnose

Es gibt keine spezifische Untersuchungsmethode, mit der man Verwachsungen im Bauchraum exakt identifizieren kann. Anhaltspunkte können aber Ultraschalluntersuchung, Darmspiegelung und ein Computertomogramm (CT) geben. Die Diagnose erfolgt auch zumeist nach dem Ausschlussverfahren. Das heißt, es werden alle Diagnosen mit den gleichen Krankheitszeichen geprüft und ausgeschlossen. Bleibt nur noch die Diagnose „Verwachsung“ übrig, kann deren Ausmaß durch einen minimal-invasiven Eingriff festgestellt und auch behoben werden. Denn von alleine gehen Verwachsungen nicht weg. Spezielle Massagen und Osteopathie können das Bindegewebe beweglicher machen, aber die Verwachsungen selbst nicht entfernen.

Terminvereinbarung

Ambulanz des Evangelischen Krankenhauses
Schopenhauerstraße 14, A-1180 Wien

Ambulanzsekretariat:
Tel.: +43/1/404 22 - 2802 bzw. 2820
Fax: +43/1/404 22 - 2810

Leitung Sekretariat: Sandra Reiterer  
ambulanz@remove-this.ekhwien.at 

Öffnungszeiten:
Montag - Freitag: 07:30 Uhr - 16:00 Uhr

oder

Prim. Dr. Johannes K. Stopfer
FA für Allgemein- und Viszeralchirurgie
Tel.: +43/1/40422 - 4800
www.chirurgie-stopfer.at 

Erreichbarkeit:
U-Bahn: U6 Station Währinger Straße/Volksoper oder Station Michelbeuern Allgemeines Krankenhaus
Straßenbahnlinien: 41,40 - Station Kutschkergasse

Parkmöglichkeiten:
WIFI-Garage (Währinger Gürtel/Gentzgasse), AKH-Garage