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Operationstechniken bei Leistenbruch

Prinzipiell stehen 2 Gruppen von Operationstechniken zur Verfügung: Verschluß der Bauchdeckenlücke im Leistenkanal durch direkte Naht oder spannungsfreier Verschluß durch Einbringung eines Kunststoffnetzes zur Verstärkung.

Bei der direkten Naht (z.B. Operation nach Bassini, Ferguson, Shouldice) wird der Leistenkanal durch Nähte eingeengt. Das ist bei kleinen Lücken problemos möglich, bei größeren Lücken oder größerflächiger Schwäche der Bauchdecke (z.B. Internushochstand) kann dabei eine gewisse Spannung der Nahtreihe enstehen, die das Wiederauftreten des Leistenbruches (Rezidivhernie) begünstigt. Die Rezidivrate dieser Methoden beträgt bis zu 40 %.

Bei der spannungsfreien Hernienoperation wird ein verträgliches Kunststoffnetz als Deckung der Bruchpforte und Verstärkung von außen (Liechtenstein) oder laparoskopisch von innen (TAPP repair) in die Bauchdecke eingesetzt. Die Muskulatur wird nicht direkt genäht (bedeutet weniger postoperative Schmerzen), es entsteht keine Spannung und die Rezidivrate ist minimal.

Das Kunststoffnetz kann über einen Schnitt in der Leiste (Operation nach Liechtenstein) von außen oder minimal invasiv laparoskopisch über den Bauchraum von innen (TAPP repair) eingebracht werden. Das Netz bleibt im Körper, wird von Narbengewebe durchwachsen und so zu einer sicheren mechanisch festen Platte hinter der Bruchpforte umgewandelt.

Bei der Methode nach Liechtenstein wird der Leistenbruch über einen Schnitt in der Leiste operiert und der Bauchdeckendefekt durch ein Kunststoffnetz gedeckt. Die Technik funktioniert ohne Spannung, hat aber ein gewisses Infektionsrisiko (Wundheilungsstörung, Infektion des Kunststoffnetzes) und auch Rezidivrisiko.

Beim TAPP repair werden nur zwei je 1 cm lange Einstiche und ein 5 mm großer Einstich in der Bauchdecke gesetzt, um Videokamera, Instrumente, Kunststoffnetz und Nahtmaterial in die Bauchhöhle einbringen zu können. Die Operation dauert etwa 20 - 30 Minuten und wird in Narkose durchgeführt. Der Vorteil des TAPP repair ist die schnelle Rekonvaleszenz: der Spitalsaufenthalt beträgt etwa 2-3 Tage, die gewohnte körperliche Aktivität kann etwa nach 4-5 Tagen aufgenommen werden, Sport ist nach 1 Woche möglich. Die Rezidivrate des TAPP ist nur etwa 2%. 

Ein wesentlicher Vorteil des TAPP repair liegt darin, daß bei Vorliegen eines beidseitigen Leistenbruchs beide Seiten in einer Operation ohne zusätzlichen Schnitt versorgt werden können. Besonders vorteilhaft ist der TAPP repair auch bei der Rezidivhernie.
 
Die laparoskopische Technik kann in bestimmten Situationen auch beim Narbenbruch (Hernia cicatricea) angewendet werden. In Frage kommen vor allem Patienten, bei denen ein direkter Verschluß des auseinandergewichenen Bauchdeckengewebes nicht möglich oder nicht sinnvoll ist. In einer technisch sehr anspruchsvollen laparoskopischen Operation werden die Verwachsungen in der Bauchhöhle durchtrennt und dann ein Kunststoffpatch von innen überlappend auf die Bruchpforte gelegt und fixiert.

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