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Neue Lymphdrainage verringert das Thromboserisiko

Evangelisches Krankenhaus Wien wieder in der Vorreiterrolle

Selten, aber doch ziehen lange Operationen Thrombosen in den tiefen Beinvenen mit möglicher Lungenembolie nach sich. Zu deren Vermeidung setzen Spitäler vorbeugend Gegenmaßnahmen ein. Je nach Operation und Patientenrisiken werden zum Beispiel die "Thrombosespritze" oder orale Blutverdünnungsmittel verabreicht.

Nun steht eine gute, nicht medikamentöse Alternative zur Verfügung, die neuerdings auch in den Richtlinien der europäischen Gesellschaft für Anästhesiologie (ESA) empfohlen wird: die so genannte intermittierende pneumatische Kompression (IPK).

Dieser sehr spröde Begriff bezeichnet eine Art Hightech-Lymphdrainage, die folgendermaßen funktioniert: Der Patient bekommt noch vor dem operativen Eingriff an beiden Beinen - von den Zehen bis zur Leistengegend - eine Art "Siebenmeilenstiefel" angelegt. Vorstellen kann man sich diese wie zwei große Manschetten mit Luftkammern.

So funktioniert die neue Technik

Im 30-Sekunden-Abstand wird von den Zehen weg Luft eingepumpt, die sich als sanfte Druckwelle langsam bis zur Leistengegend hinauf ausbreitet und dabei die Beine kontinuierlich massiert. Auf diese Weise werden die Venen regelmäßig aktiviert und der Transport des Blutes zurück zum Herzen gefördert. Das ermöglicht eine kontinuierlich gute, gleichmäßige Durchblutung des Patienten, wodurch das Thromboserisiko ganz deutlich gesenkt wird.

"Die automatische Lymphdrainage wird noch im Aufwachzimmer fortgeführt. Sobald der Patient wieder aufstehen und gehen kann, werden ihm die "Siebenmeilenstiefel " wieder entfernt. Bei längerer Bettlägerigkeit oder bei Vorerkrankungen mit hohem Thrombose- und Blutungsrisiko wird die IPK auch über mehrere Tage und Nächte eingesetzt", erklärt Primaria Univ.-Prof. Dr. Sibylle Kietaibl, Vorständin der Anästhesiologie.

Wann kommt IPK zum Einsatz?

Die IPK-Technik kommt vorbeugend bei mehr als drei Stunden dauernden operativen Eingriffen am Oberkörper zum Einsatz. „Dazu zählen vorwiegend große Wirbelsäulen-OPs, wo wir in akribischer Feinarbeit und sehr vorsichtig vorgehen müssen“, erläutert Orthopäde und Rückenspezialist Oberarzt Dr. Johannes Bonomo.

Auch aufwändige Eingriffe in der Kopf-Hals-Region können ein Fall für die IPK-Technik sein: „Speziell Tumoroperationen im Kopf-, Halsbereich können eine lange Operationsdauer verursachen. Einerseits gilt es, Verletzungen von Nerven im Gesicht-Halsbereich durch penible Feinarbeit zu vermeiden, andererseits den Tumor vollständig zu entfernen und dabei die OP-Dauer so kurz wie möglich zu halten“, so Assoc.-Prof. Dr. Boban Erovic, Leiter des Kopf-Hals-Instituts.

Ausschlussgründe

Grundsätzlich kommt die High-Tech-Lymphdrainage nur für Operationen „oberhalb der Gürtellinie“ in Frage. Bei Patienten mit frischen Verletzungen am Bein, offenen Geschwüren, Ödemen oder mit fortgeschrittener Gefäßverschlusskrankheit (PAVK) darf die IPK-Technik nicht eingesetzt werden. Ihnen stehen als Alternativen konventionelle Stützstrümpfe oder eine „Thrombosespritze“ zur Verfügung.