Sprechstunde
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Sie Fragen - unsere Experten anworten

Einen besonderen Service für unsere Leser bieten wir mit der Sprechstunde, in der unsere Fachärzte häufig gestellte Patientenfragen beantworten. 


Dr. Roland Koppelent
Dr. Roland Koppelent

Frage: Was heißt minimal-invasiv bei einer Hüft-Operation? Operiert man da durchs Schlüsselloch? (Elfriede 64)


Das Einpassen eines Kunstgelenks ist nur über einen Hautschnitt möglich, der aber heute -  dank optimierter OP-Technik und High-Tech-Implantaten - deutlich kürzer aus als früher ausfällt. Minimal-invasiv bedeutet beim künstlichen Hüftgelenk, dass Sehnen und Hüftmuskulatur beim Einsetzen der Endoprothese nicht mehr durchtrennt werden müssen. Sie werden gezielt beiseitegeschoben. Dadurch bleiben Weichteilspannung und natürliche Körperwahrnehmung an den Sehnen erhalten. Für den Patienten ergibt sich dadurch ein besseres „Organgefühl“. Er fühlt auch anfangs kaum Schmerzen und empfindet das künstliche Gelenk bald als sein eigenes.
Dazu kommt: Vor dem Verschließen der Wunde werden bei uns im Evangelischen Krankenhaus sämtliche Weichteile, wie z.B. die erhaltene Gelenkkapsel, Muskelansätze, Muskelfaszien und die Haut, mit einem lang wirksamen lokalen Schmerzmittel unterspritzt. Auf diese Weise können wir Patienten zumeist schon am Tag der Operation wieder mobilisieren.

Dr. Roland Koppelent

Wann muss man eine Bein-Fehlstellung korrigieren lassen?

OA Dr. Nikolaus Pongracz
OA Dr. Nikolaus Pongracz

Frage: "Wann muss man eine Bein-Fehlstellung korrigieren lassen?" (Herbert 52)

Abweichungen von der normalerweise gerade verlaufenden Beinachse im Kniegelenk kann man in manchen Fällen durch orthopädische Schuhe, spezielle Einlagen sowie durch Physiotherapie, bei der bestimmte Muskelgruppen gestärkt werden, kompensieren. Ist die Fehlstellung zu ausgeprägt, droht durch die Ungleichbelastung eine vorzeitige Abnützung des Kniegelenks. In solchen Fällen hilft nur mehr eine operative Korrektur. Dabei wird ein knöcherner Keil aus dem Ober- oder Unterschenkel entnommen und damit die Achse begradigt. Nach der Verfestigung des knöchernen Defekts kann das Knie wieder voll belastet und somit auch wieder Sport betrieben werden.

Ich habe seit kurzem ein eigenartiges Taubheitsgefühl hinter dem linken Ohr und einen ungewohnten Speichelfluss und kann auch das linke Auge nicht mehr ganz schließen. Mein Hausarzt äußerte den Verdacht auf eine Gesichtslähmung. Was kann man dagegen tun

Dr. Konstantin Tögel
Dr. Konstantin Tögel

Frage: "Ich habe seit kurzem ein eigenartiges Taubheitsgefühl hinter dem linken Ohr und einen ungewohnten Speichelfluss und kann auch das linke Auge nicht mehr ganz schließen. Mein Hausarzt äußerte den Verdacht auf eine Gesichtslähmung. Was kann man dagegen tun?" (Anita 62)

Ihre Symptome deuten tatsächlich auf eine Lähmung des siebenten Gesichtsnervs, eine sogenannte Facialisparese, hin. Ich rate Ihnen, unbedingt einen Neurologen zu konsultieren, da strukturelle Veränderungen des Gehirns, wie etwa bei einem Schlaganfall, aber auch andere neurologische Erkrankungen ähnliche Lähmungserscheinungen hervorrufen. Eine eindeutige Zuordnung Ihrer Beschwerden kann nur der Facharzt nach eingehenden Untersuchungen vornehmen. In manchen Fällen kann eine Gesichtslähmung auch durch eine Geschwulst an der Ohrspeicheldrüse hervorgerufen werden. Bei Verdacht sind weitere Untersuchungen durch einen HNO-Spezialisten nötig.
Lässt sich, wie mehrheitlich der Fall, keine klare Ursache finden, wird die Gesichtslähmung mit einer speziellen Steroidtherapie behandelt. Liegt eine Herpesinfektion vor, helfen virustatische Therapeutika in Kombination mit einer Kortikoidtherapie.
Die gute Nachricht: Eine Facialisparese bildet sich bei rechtzeitiger fachgerechter Behandlung zumeist nach wenigen Wochen völlig zurück! Im Institut für Kopf- und Halserkrankungen des Evangelischen Krankenhauses arbeiten Neurologen und HNO-Ärzte eng zusammen, um rasch die optimale Therapie einzuleiten.

Dr. Konstantin Tögel, Oberarzt an der Neurologischen Abteilung des Evangelischen Krankenhauses
www.doktortoegel.at

Kann Schwindel vom Nacken herrühren?

OA Dr. Jasmin Kechvar

Frage:Kann Schwindel vom Nacken herrühren?"(Ingrid, 60) 

Durch falsche Kopf- und Rückenhaltung, zu langes Sitzen und Bewegungsarmut wird mit der Zeit die tiefe Nackenmuskulatur geschwächt. Mit den Jahren kommen Abnützungserscheinungen hinzu: Die Bandscheiben beginnen Flüssigkeit zu verlieren, der Zwischenwirbelraum wird schmäler. Bei einer derart vorbelasteten Halswirbelsäule reicht dann oft ein Bagatellereignis (Verreißen des Nackens, schlechte Schlafhaltung), um ein Cervicalsyndrom auszulösen. Je länger dieses anhält, desto vielfältiger und hartnäckiger werden die Beschwerden. Neben Kopfschmerz und Ohrengeräuschen sind auch Schwindelzustände möglich. Im Akutstadium können Infiltrationen, Schmerz und Muskelentspannungsmittel sowie Massagen, Wärme- und Strombehandlungen helfen. In chronischen Fällen muss mittels Heilgymnastik die Muskulatur gekräftigt, die Fehlhaltung korrigiert und die Muskelbalance verbessert werden.

OA Dr. Jasmin Kechvar
Fachärztin für Neurologie

Was heißt minimal-invasiv bei einer Hüft-Operation? Operiert man da durchs Schlüsselloch?

OA Dr. Roland Koppelent
OA Dr. Roland Koppelent

Frage:Was heißt minimal-invasiv bei einer Hüft-Operation? Operiert man da durchs Schlüsselloch?"(Herbert 49) 

Das Einpassen eines Kunstgelenks ist nur über einen Hautschnitt möglich, der aber heute – dank optimierter OP-Technik und High-Tech-Implantaten - deutlich kürzer aus als früher ausfällt. Minimalinvasiv bedeutet beim künstlichen Hüftgelenk, dass Sehnen und Hüftmuskulatur beim Einsetzen der Endoprothese nicht mehr durchtrennt werden müssen. Sie werden gezielt beiseitegeschoben. Dadurch bleiben Weichteilspannung und natürliche Körperwahrnehmung an den Sehnen erhalten. Für den Patienten ergibt sich dadurch ein besseres „Organgefühl“. Er fühlt auch anfangs kaum Schmerzen und empfindet das künstliche Gelenk bald als sein eigenes. Dazu kommt: Vor dem Verschließen der Wunde werden bei uns im Evangelischen Krankenhaus sämtliche Weichteile, wie z. B. die erhaltene Gelenkkapsel, Muskelansätze, Muskelfaszien und die Haut, mit einem lang wirksamen lokalen Schmerzmittel unterspritzt. Auf diese Weise können wir Patienten zumeist schon am Tag der Operation wieder mobilisieren.

OA Dr. Roland Koppelent
Facharzt für Orthopädie und
orthopädische Chirurgie

Was hilft wirklich beim Tennisellbogen?

OA Dr. Veronika Schöll
OA Dr. Veronika Schöll

Frage:Was hilft wirklich beim Tennisellbogen?"(Helene 46) 

Der Muskelansatz am Ellenbogen schmerzt und zwar insbesondere beim Strecken des Handgelenks gegen Widerstand oder beim Aufheben eines Gegenstands? Diese Symptome weisen auf Epicondylitis, besser bekannt als Tennis- oder Golferellbogen, hin. Auch wenn die Bezeichnung darauf schließen lässt: Diese schmerzhafte Entzündung der Sehnenansätze des Unterarms ist häufiger bei Nicht- oder Hobbysportlern anzutreffen als bei Profi sportlern. Denn Auslöser kann jede Aktivität sein, die regelmäßig mit dem betroffenen Arm ausgeführt wird. Die Beispiele reichen vom einseitigen Tragen oder Heben schwerer Gegenstände bis hin zur häufigen Betätigung der Computer-Maus. Oft gehen die Beschwerden auf eine zu schwache Schultergürtelmuskulatur zurück, die durch Überbelastung der Unterarmmuskulatur kompensiert wird. Bei akuten Beschwerden helfen lokale Kälteanwendung sowie Infi ltrationen mit Traumeel oder Glucocorticoiden. Als sehr effektiv hat sich auch die neue Therapieform der niederenergetischen Stoßwellenbehandlung erwiesen. Sie hilft der verletzten Sehne bei der Regeneration und löst auch eventuell bestehende Verkalkungen auf. Unterstützend sind regelmäßige Dehnungsübungen, das Tragen einer Entlastungsmanschette sowie physikalische Therapie (Laser, Heilgymnastik) empfehlenswert. Eine Mitbehandlung der Hals- und Brustwirbelsäule und des Schultergürtels ist unbedingt erforderlich. Halten sich die Beschwerden trotz Ausschöpfung dieser Behandlungen dennoch hartnäckig, sollte eine operative Behandlung angestrebt werden.

OA Dr. Veronika Schöll
Fachärztin für Orthopädie und
orthopädische Chirurgie

Bei mir hat sich nach einer Operation der Nasenscheidewand ein kleines Loch gebildet. Was bedeutet das? Ist eine Behandlung notwendig?

Prim. Prof. Dr. Christoph Reisser
Prim. Prof. Dr. Christoph Reisser

Frage:Bei mir hat sich nach einer Operation der Nasenscheidewand ein kleines Loch gebildet. Was bedeutet das? Ist eine Behandlung notwendig? Ich spüre seither ständige Trockenheit in der Nase, aber auch in den Augen. Ich bin häufiger verkühlt und auch das Atmen fühlt sich anders an"(Herbert R., 51) 

Grundsätzlich ist ein kleines Loch in der Nasenscheidenwand unbedenklich. Problematisch können jedoch bei deutlicher Lufttrockenheit die Krusten werden, die sich am Rand des Defektes bilden. Mechanisches Abreißen (etwa beim Schnäuzen) kann zu kurzen Blutungen führen. Das vermeidet man am besten, indem man regelmäßig zum Beispiel Sesamöl (Apotheke) eintropft, um die Schleimhäute in der Nase feucht und geschmeidig zu halten. So bekommt man auch das beschriebene Trockenheitsgefühl in den Griff. Gegen die Anfälligkeit für Erkältungskrankheiten bewährt sich ein lokaler, nur an der Schleimhaut wirksamer Cortison Spray. Dieser sollte allerdings nur nach HNO-ärztlicher Untersuchung und Verordnung angewendet werden. Eine nochmalige Operation würde ich nur dann empfehlen, wenn die Beschwerden so massiv sind, dass die betroffene Stelle täglich blutet und die beschriebene Atemnot die Lebensqualität beeinträchtigt. Wie schwierig kann nur vom Facharzt beurteilt werden.

Prim. Prof. Dr. Christoph Reisser
HNO-Facharzt, ärztlicher Direktor EKH Wien