EKH-aktuell
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Expertentipp

Prim. Univ.-Prof. Dr. Sibylle LANGENECKER, MBA
Leitung Qualitätssicherungskommission
„Bei mir steht wahrscheinlich bald eine Knie-Operation an. Es wäre meine erste OP und ich habe etwas Angst vor einer Narkose. Ist das berechtigt?“
„Heutzutage stellt eine Narkose ein sehr sicheres und wirksames Verfahren dar, um notwendige Eingriffe durchzuführen. Bereits im Anästhesievorgespräch werden Sie vom Narkosearzt über die Möglichkeiten der Voll- und Teilnarkose informiert und Ihre individuellen Risiken mittels genauer Befragung erhoben. Bei bestehenden Vorerkrankungen orientiert sich der Anästhesist auch an weiterführenden Befunden wie etwa Blutbild und Lungenfunktionstest. Wenn nötig, müssen auffällige Befunde noch vor der OP optimiert werden. Sie werden also insgesamt gut auf den Eingriff in Narkose vorbereitet. Erst dann erteilt der Anästhesist die OP-Freigabe. Generell können rund um Operationen immer Komplikationen oder akute Erkrankungen auftreten. Gebrechliche und vorerkrankte Patienten haben höhere Risiken. Aber Kompetenz schafft Vertrauen: Anästhesisten sind auf Akutsituationen durch jahrlange Aus- und Weiterbildung spezialisiert. Wie bei Flugpiloten umfasst das auch Trainings am Simulator, um für möglichst jede Situation bestens gerüstet zu sein. Übrigens werden österreichweit etwa 75 Prozent der Notarztstützpunkte von Anästhesisten besetzt, sie helfen also nicht nur im Operationssaal, sondern auch auf Intensivstationen. Damit haben Sie bei Ihrer Knie-OP ständig jemanden an Ihrer Seite, der Sie betreut, Ihre Organfunktionen überwacht und bei Bedarf mit den wirksamsten Medikamenten stabilisiert. Jüngere Patienten, die – wie Sie – vor ihrer ersten Operation stehen, haben verständlicherweise oft etwas mehr Angst. Da könnte eine leichte Beruhigungstablette „davor“ gut helfen. Danach werden Sie vielleicht die Aussage vieler Menschen zur Narkose verstehen: Das war der schönste Schlaf.“