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Laborwerte - was bedeuten sie?
Diesmal: Cholesterin: Gesamt-, HDL- und LDL-Cholesterin
Mein Cholesterin ist laut Laborbefund stark erhöht. Muss ich mit einer medikamentösen Therapie beginnen?
Die Entscheidung, ob eine medikamentöse Therapie notwendig ist, hängt von den individuellen Risikofaktoren ab. Besonders gefährdet für Herzkreislauferkrankungen sind Personen mit Diabetes, Bluthochdruck, Plaques in der Ultraschalluntersuchung der Halsgefäße, Übergewicht, Raucher, Menschen mit Nierenfunktionsschwäche oder auch solche mit einer auffälligen Familienanamnese (Verwandte die frühzeitig z. B. Herzinfarkt oder Schlaganfall hatten). Spezielle Punktesysteme können eine Einteilung in eine niedrige bis sehr hohe Risikogruppe ergeben, wonach die Entscheidung über Therapie und individuellen (LDL) Cholesterinzielwert erfolgen kann.
In einem ausführlichen Arztgespräch nach Bestimmung von Laborwerten wie Gesamtcholesterin, LDL Cholesterin, HDL Cholesterin, ggf. Lipoprotein A und Triglyceride können Sie mit Ihrem Facharzt die richtige Vorgehensweise besprechen.
Leider vertrage ich die verschriebenen Blutfettsenker- (=Statine) nicht. Gibt es Alternativen?
Ja, die gibt es. Oft lohnt es sich erstmal, ein anderes Statin zu probieren, anfangs in einer niedrigeren Dosierung mit langsamer Dosissteigerung. Auch eine Kombination mit einem Ezetimib kann erfolgen. Sollte die höchste verträgliche Dosis nicht reichen um den Zielwert zu erreichen, dann gibt es noch weitere Möglichkeiten wie z. B. Bempedionsäure oder sogenannte PCSK9 Hemmer. Zusätzlich sollte bei z. B. Übergewicht eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten inkl. Gewichtsreduktion und eine Raucherentwöhnung bei Rauchern angestrebt werden.
Meine Mutter hatte schon seit der Jugend hohe Cholesterinwerte und ist mit 60 Jahren an einem Herzinfarkt verstorben, mein Vater erlitt mit 55 Jahren einen Schlaganfall. Sollte ich mich, obwohl ich mich gesund ernähre, keine Beschwerden habe und nicht rauche, auch untersuchen lassen?
Ja, denn insbesondere die Primärprävention ist ein wichtiges Thema, also auch die Erfassung vermeintlich gesunder, jüngerer Menschen, die möglicherweise an einer sog. familiären Hypercholesterinämie (FH) leiden. Dies ist eine genetische Stoffwechselstörung, die schon in jüngeren Jahren zu schweren Herz-Kreislauferkrankungen führen kann.
