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"Orientierung finden"
Gedanken von Pfarrerin Dr. Livia Wonnerth-Stiller.

Pfrn. Dr. Livia WONNERTH-STILLER
Dr. Livia Wonnerth-Stiller ist seit drei Jahren als Pfarrerin und Seelsorgerin für das Evangelische Krankenhaus tätig.
Welchen „Spirit“ an Hoffnung und Nächstenliebe können Sie unseren Patienten aber auch Mitarbeitern mitgeben, und wie wird das von diesen Gruppen wahrgenommen?
Als Seelsorgerin erlebe ich täglich, dass „Spirit“ etwas sehr Konkretes ist: Der „Spirit“ von Hoffnung und Nächstenliebe zeigt sich in der Art, wie wir einander begegnen.
Hoffnung heißt dabei nicht, dass alles sofort gut wird, sondern dass es mehr gibt als das, was ich gerade sehe und erlebe. Es gibt einen nächsten Schritt, einen kleinen Lichtblick, einen Moment von Trost – selbst in schweren Situationen. Nächstenliebe zeigt sich in kleinen Gesten: im Zuhören ohne Zeitdruck, im Dasein, im Aushalten, wenn es schwierig wird. Darin, dass jemand als Mensch mit seiner ganzen Geschichte gesehen wird. Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende sagen oft, dass allein das Gespräch, das Gehörtwerden, schon etwas verändert. Ich versuche als Seelsorgerin deshalb immer wieder Räume zu öffnen – für ehrliche Anteilnahme, Begegnung und Trost. Kein Mensch muss mit dem, was ihn bewegt, allein bleiben.