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Wenn Herzsymptome täuschen: Ursachen für Oberbauchbeschwerden erkennen
Prim. Dr. Christian EMICH
Stv. des Ärztlichen Direktors, Abteilungsleiter
Interne IV: Allgemeine Interne Abteilung
Unangenehmer Druck im Oberbauch, Herzrasen, Atemnot und eventuell auch ein unerklärliches Völlegefühl. Sofort kommt – nach Konsultation von Dr. Google – der Verdacht auf, an einem schweren Herzproblem zu leiden. Was raten Sie dem Patienten?
Dr. Emich: „In erster Linie muss ein Problem von Seiten des Herz-Kreislaufes und der Lunge ausgeschlossen werden. Das sind überlebenswichtige Organe. Wir denken zum Beispiel an einen Herzinfarkt, eine Lungenembolie oder an ein Aortenaneurysma.“
Welche Diagnose wäre vorstellbar?
Dr. Emich: „Nach Ausschluss eines akuten, lebensbedrohlichen Krankheitsbildes müssen andere Diagnosen in Erwägung gezogen werden: Erkrankungen des oberen Gastrointestinaltraktes, wie zum Beispiel Magengeschwür, Refluxösophagitis, Divertikelerkrankung, Hepatitis, Gallenblasenentzündung, Gallensteine, Pankreatitis, Darmverschluss durch Verwachsungen oder auch nur funktionelle Beschwerden wie beim Roemheld-Syndrom. Hier verursachen übermäßige Blähungen im Magen-Darmtrakt ein Druckgefühl
im Oberbauch mit teilweiser Ausstrahlung in den Herz- und Lungenbereich, einhergehend mit Kurzatmigkeit und Herzstolpern.“
Welche Untersuchungen würden Sie dem Patienten vorschlagen?
Dr. Emich: „Für eine rasche Abklärung stehen Labor und Ultraschall sowie EKG zur Verfügung. Gefolgt von Röntgen, Computertomographie und möglichen interventionellen Untersuchungen, wie zum Beispiel Gastroskopie und Koloskopie.“
Was könnte sein, wenn diese Symptome öfters auftreten?
Dr. Emich: „Hier muss die Basisdiagnostik erweitert werden. Chronisch entzündliche Prozesse oder bösartige Erkrankungen sollten ausgeschlossen sein, um auch an Nahrungsmittelintoleranzen (Lactose, Fruktose, Gluten, Histaminabbaustörung oder bakterielle Fehlbesiedelung des Dünndarmes durch Dickdarmbakterien - sog. SIBO) zu denken.“
Welche Maßnahmen würden Sie dem Patienten empfehlen?
Dr. Emich: „Steht eine Diagnose fest und betrifft sie den Magen-Darmtrakt, wird sicherlich ein Therapieplan, auch den Lebensumständen des Patienten entsprechend, festzulegen sein. Die Basis dafür sind die Umstellungen der Ernährung und der Verhaltensweisen. Komplexer wird eine Therapie dann, wenn spezifische Medikamente nach ärztlicher Vorschreibung und Empfehlung eingenommen werden sollten. Hier ist das Vertrauen der Patienten zum Arzt sehr wichtig und notwendig.“
